Kinder brauchen Bücher

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Am 23. April ist Welttag des Buches. Lesen, Vorlesen und Bücher anschauen gehört bei Tagesmüttern und -vätern jeden Tag dazu. Denn Vorlesen fördert die Sprachentwicklung von Kindern und hat auch eine hohe, emotionale Bedeutung. Bücher gehören also nicht nur zum Alltag von Tagesmüttern und -vätern. Sie finden auch schon in der Ausbildung zum Tagesmutter und zum Tagesvater viel Platz.

Das Modul „Spracherziehung, Kinder- und Jugendliteratur“ mit Ursula Urban war spannend und trotz Online-Unterricht abwechslungsreich gestaltet. Als erstes sprachen wir über Kreativität – über die Definition, was es dafür braucht und wie wir sie in uns (wieder) erwecken können.

Kreativität und Fantasie

Dazu haben wir zwei nicht ganz einfache Übungen gemacht. Zuerst sollten wir im Raum herumgehen, auf verschiedene Gegenstände zeigen und dabei diese Gegenstände benennen. Allerdings nicht mit den uns bekannten Begriffen, sondern mit ganz anderen. Das ist uns gar nicht so leicht gefallen. Denn bei uns Erwachsenen passieren so viele Dinge unbewusst und ohne noch groß darüber nachzudenken. Das ist einerseits gut so, da wir uns somit viel Gehirnkapazität für anderes sparen. Andererseits fällt es uns dadurch schwer, aus diesem Rahmen auszusteigen und Platz für Kreativität und Fantasie zu schaffen.

Bei der zweiten Übung sollten wir noch einmal durch den Raum gehen. Aber diesmal mit den Augen eines Kindes, welches die Umgebung und die Gegenstände zum ersten Mal sieht. Wenn uns ein Gegenstand besonders anspricht, sollten wir ihn uns genauer ansehen und ihn erkunden. Sich hier wirklich auf den Gegenstand einzulassen, ihn mit allen Sinnen (neu) zu entdecken und unser ganzes Wissen darüber auszublenden, war schon eine Herausforderung, aber auch sehr interessant.

Was Bücher alles können

Dann tauchten wir in das Thema Kinder- und Jugendliteratur ein. In Kleingruppen sammelten wir erst einmal alles, was Literatur bei Kindern bewirken kann und welche Werte mithilfe von Kinderliteratur vermittelt und gefördert werden können.
Natürlich schauten wir uns dann auch an, was denn ein gutes Kinderbuch überhaupt ausmacht. Einige Merkmale für wertvolle Kinderliteratur sind beispielsweise ansprechende Illustrationen, altersgerechtes Material und Format sowie kindgerechte Themen und Handlungen. Dabei sollte man sich auch nach den Interessen, den Fähigkeiten und dem Entwicklungsstand des jeweiligen Kindes richten.
Durch das Vorlesen und das spätere selber Lesen von Kinderbüchern wird die sprachliche Entwicklung eines Kindes maßgeblich beeinflusst. Der Wortschatz wird erweitert, die Freude am Lesen gefördert und die Kreativität und Fantasie des Kindes angeregt.

Zwischendurch stellten wir uns, wieder in Kleingruppen, gegenseitig unser Lieblingsbuch aus unserer Kindheit vor. Wir sprachen über den Inhalt, über mögliche Identifikationsfiguren und deren Reise, über die Sprache und die Bildkompositionen im Buch. Und wir versuchten einzuschätzen, für welche Altersgruppe das Buch geeignet ist.

Natürlich sprachen wir auch noch über Märchen. Wie sind sie entstanden? Was können Sie bei Kindern bewirken? Welche Bedeutungen stecken hinter den bekannten Figuren, Zahlen und Farben?

Wie sich unschwer auf den erkennen lässt, hatten wir viel Spaß bei dieser interessanten Einheit.

Ronja G., Teilnehmerin der Ausbildung zur/zum Tagesmutter/-vater und KinderbetreuerIn

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