Sieh mal an, wo Samen wachsen kann!

samen

Begonnen hat alles mit der Kresse, die wir im Frühling in ein Kistchen mit Erde pflanzten und schon bald danach auf dem Butterbrot genießen konnten. Die Kinder waren vom Pflanzen und Wachsen der Samen so begeistert, dass wir an diesem Thema dranblieben und einige Experimente starteten.

Wo können Pflanzen wachsen?

Ich bereitete drei leere Topfenbecher vor. In einen gaben wir Papier, in den zweiten Küchenrolle und in den dritten einen neuen Küchenschwamm. Nachdem wir alles gut angefeuchtet hatten, säten Valentin, Martin, Runa, Matteo und Anton Kresse an, die sie nun täglich beim Keimen und Wachsen beobachteten. Die Kinder, die zu Beginn fest überzeugt waren, dass Kresse nur in Erde wachsen kann, staunten nicht schlecht, als der Samen in allen drei Bechern zu keimen begann. Jeden Tag hielten sie Nachschau, ob der Untergrund feucht genug war und ob die Kresse wächst. Gespannt stellten die Kinder fest, dass der Samen am besten am Schwamm und am wenigsten am Papier wuchs.

Bohne im Sackerl

Als nächstes besorgten wir uns Bohnen, die jedes Kind mit einem feuchten Wattebausch in seinem eigenen, durchsichtigen Gefriersackerl deponierte und an der Terrassentür befestigte. Fasziniert konnten die Kinder nun live beobachten wie sich die Bohne täglich veränderte … Sie wurde größer, sprang auf, bildete Wurzeln und trieb letztendlich ein Keimblatt aus. Als der Keim so groß war, dass die ersten Blätter über den Sackerlrand wuchsen, nahmen die Kinder diese stolz mit nach Hause um sie dort gemeinsam mit ihren Eltern in Erde zu pflanzen und weiter zu versorgen.

Die Kinder naschen beim Spielen im Garten stets Schnittlauch aus den Hochbeeten und begutachten mein Gemüse. So kamen wir auf die Idee, für uns als süße Nascherei ein paar Erdbeeren zu pflanzen. Doch wohin? Die Hochbeete waren voll. Wir brauchten einen guten Platz, wo unsere Erdbeeren geschützt wachsen können.

Flaschenbeet? Was ist denn das?

Das war eine gute Gelegenheit in unser Projekt auch gleich die Idee des Upcyclings einzubringen. Ich bereitete eine leere Plastikflasche entsprechend vor, füllte mit den Kindern Erde ein und wir bepflanzten sie mit Erdbeeren. Dann gingen wir gemeinsam durch den Garten, um eine passende Stelle für das „Flaschenbeet“ zu finden. Ein Strauch ist zu schwach, der Zaun zu stark frequentiert … Bis schließlich alle gemeinsam entschieden, die Flasche an den Ast eines Baumes zu hängen. Dort kann nichts passieren und trotzdem kommt Wasser und Licht zu den Pflanzen. Nun freuen sich schon alle auf das Vernaschen der ersten süßen Beeren, die bereits leicht rot sind.

Gummistiefel einmal anders

Den Kindern gefiel die Idee mit dem Flaschengarten so gut, also beschlossen wir noch etwas anzupflanzen. Wir sammelten alte, zu kleine Kindergummistiefel und pflanzten Blumen hinein. Das fanden die Kinder besonders lustig.

Bei all diesen Experimenten lernten die Kinder spielerisch sich längerfristig mit einem Thema auseinanderzusetzen, Veränderungen wahrzunehmen, Vorgänge in der Natur zu durchschauen, Fachwissen durch SELBSTTUN zu erlangen, Verantwortung zu übernehmen, achtsam zu sein und Geduld zu haben. Sie erweiterten dabei ihren Sprachschatz, ihre sozial-emotionalen Kompetenzen, konnten kreativ sein, eigene Ideen einbringen und verschiedenste Einblicke und Erkenntnisse gewinnen. Wer weiß, wo und was bei uns noch wachsen kann!?

Petra W., Tagesmutter aus Hitzendorf