Mikrogrün wächst schnell und schmeckt

mikrogrün

Bis Kinder eine selbstgesäte Karotte essen können, dauert es doch recht lange. Und Ribisel brauchen viel Zeit bis sie süß sind. Also war ich voller Tatendrang, als ich einen Artikel über Microgreens gelesen habe. Microgreens sind junge, essbare Keimpflanzen. Aus dem Samen entwickelt sich ein Keimling, aus diesem entsteht eine Keimsprosse und danach wächst sie weiter bis sich sogenanntes Mikrogrün entwickelt.

Die Natur in den Jahreszeiten

Ich orientiere mich mit den jungen Kindern am Werden und Vergehen des Jahreskreises. Die Kinder leben direkt verbunden mit ihren Beobachtungen. Jedes Jahr spielt deshalb für meine Gruppe neben den Festen im Jahreskreis und dem Beobachten der Veränderungen der Natur, das Tätigsein im Garten eine große Rolle. Sie bepflanzen gemeinsam mit mir ein kleines Hochbeet, naschen von den Beerensträuchern, genießen Verdünnsäfte und Marmeladen und knabbern Karotten und viel mehr.

Kinder lieben Mikrogrün

Die Kinder können dabei alles alleine machen, sie müssen keine Pflanzabstände einhalten, jäten ist unnötig und schon nach fünf bis sieben Tagen können die Kinder die kleinen Pflänzchen zur Jause essen. Da ein Garten im Frühjahr einiges an Plastikmüll produziert, wollte ich hier bewusst mit meiner Kindergruppe  low waste vorgehen.

Ich besorgte Kokosnussschalen als Anzuchtschalen und unverpackte, gepresste Kokosziegel als Substrat. Wer Anzuchterde daheim hat, kann diese problemlos verwenden. Die Samen habe ich in Graspapier verpackt gekauft. Wir probierten bereits Radieschen, Brokkoli und Kohlrabi.

So wird´s gemacht

Als erstes wässern die Kinder die Kokosnusschalen um Spannungsrisse zu vermeiden. Wasser spricht Kinder immer an und sie beobachten wie die Schale erst schwimmt und dann untergeht. Anschließend wird der Kokosziegel mit Wasser bedeckt. Er wächst wie von Zauberhand und ändert seine Konsistenz. Nun wird das Substrat in die Schale gefüllt und der Samen großzügig darauf verteilt. Zum Keimen mögen es die Pflänzchen gern dunkel und feucht. Deshalb decken wir unsere Schalen für die ersten zwei Tage ab.

Natürlich sehen wir trotzdem jeden Tag ein paar mal nach, wie die Keimung voranschreitet. Mit einer Ballbrause oder einer Sprühflasche halten wir die Keimlinge feucht. Nach fünf bis sieben Tagen steht die Ernte an. Einfach mit der Schere die schmackhaften Triebe kappen und aufs Butterbrot streuen oder in den Topfenaufstrich mischen. Wir machten auch einen Joghurtdip mit unseren Sprossen und aßen dazu Erdäpfelstrudel.

Die Kinder sind sehr stolz auf ihren Minigarten am Fensterbrett. Wir können nur empfehlen es auszuprobieren, es schmeckt gut und bietet unzählige Lernanlässe.

Melanie S., Tagesmutter aus St. Lorenzen im Mürztal