Spielzeugfrei – Spielen einmal anders

spielzeugfrei

Es ist noch gar nicht so lange her, als ich begann als Tagesmutter zu arbeiten. So dachte ich am Anfang, ich müsse von jedem Spielzeug etwas haben, verschiedene Baumaterialen, Bücher, Spielküche, Stofftiere, Autos … Aber brauchen die Kinder wirklich so viel? Spielen sie damit? Heute denke ich darüber anders und probierte „Spielzeugfrei bei der Tagesmutter“ aus.

Meine Tageskinder, damals unter zwei Jahren, waren anfangs begeistert von dem großen Angebot an Spielsachen. Es wurde alles angeschaut, experimentiert und dann doch liegen gelassen. Nach einiger Zeit reduzierte ich das Spielzeug und es wurde somit auch wieder interessanter für die Kinder.

Ein paar Monate räumte ich jeden Tag ein Spielzeug weg und eines wieder her. Ich habe die Kinder eingebunden, welches Spielzeug wir wegräumen. Aber mit der Zeit wurde dieses „Spiel“ langweilig und sie wollten nichts mehr hergeben. Und so wurden die Spielsachen für die Kinder wieder uninteressant.

Wie es der Zufall wollte, hatte ich an diesem Wochenende eine Online-Fortbildung mit einer Pädagogin, die in ihrer Kinderkrippe eine spielzeugfreie Zeit eingeführt hat. Mir gefiel diese Idee so gut, das wollte ich auch ausprobieren – eine Zeit lang spielzeugfrei zu spielen.

Spielzeug aus dem Wald

Unsere Handpuppe Eule erzählte den Kindern von den Tierkindern im Wald, die gerne ihr Spielzeug tauschen würden. Die Kinder waren so begeistert, dass sie gleich anfingen, das Spielzeug in einen großen Sack zu räumen. Ab und zu schauten sie doch noch einmalmal ein Buch ganz genau an, bevor sie es dann in den Sack legten. Als die Eule wieder in den Wald flog, mussten die Kinder natürlich nachschauen, ob sie die Eule nicht doch noch entdecken würden. Am nächsten Tag fragten mich die Kinder als erstes, ob die Eule heute mit neuen Spielsachen kommen würde.

Sie waren alle so aufgeregt. Endlich brachte die Eule das Spielzeug von den Kindern im Wald. Nanu? Was ist denn da in dem großen Sack? Äste? Steine? Zapfen? Wo ist das Spielzeug? Zuerst wussten sie gar nicht, was sie mit dem „Spielzeug“ machen sollten. Doch schon bald kochten sie mit den Zapfen, bauten Türme aus den Ästen und bemalten die Steine mit Händen und Füßen.

Spielzeugfrei jederzeit wieder

Die spielzeugfreie Zeit dauerte etwa zwei Monate und ich würde es auf jeden Fall wieder in dieser Art und Weise machen. Wir waren die meiste Zeit im Freien, wo die Kinder ihre Outdoor-Küche mit Wasser, Sand und Gatsch genossen, aber auch die Bobbycars waren voll im Einsatz!

Katharina S., Tagesmutter aus Hitzendorf