Ton mit allen Sinnen erleben

ton

Mit meiner Nachmittagstruppe – das sind meine fünf Schulkinder und ein Kindergartenkind – möchte ich den Jahreskreis mit allen Sinnen erleben. Gestartet haben wir mit dem Töpfern in einer Keramikwerkstatt und erkundeten den Ton mit allen Sinnen, ganz ungezwungen und neugierig.

Meine Schulkinder kommen zu ganz unterschiedlichen Zeiten von der Schule nach Hause. Und nach dem Essen und dem Chillen müssen sie ja auch noch die Hausaufgaben erledigen. Also bleibt uns am Nachmittag nur recht wenig Zeit für unser gemeinsames Tun. Trotzdem ist es mir gelungen, einen Schnupperkurs rund ums Töpfern bei Julio Rosas in Aflenz zu organisieren.

Ich wollte den Kindern die einmalige Möglichkeit bieten, etwas ganz Neues auszuprobieren. Mit Ton zu arbeiten, so finde ich, regt alle unsere Sinne an. Die Kinder sehen den Ton und riechen ihn. Sie können den Ton mit den Händen kneten und müssen auch gut zuhören, wenn Julio Rosas Anweisungen gibt.

Und so stürzten wir uns voller Eifer in ein neues Abenteuer. Die Kinder waren vom ersten Moment an begeistert. Sie hörten aufmerksam zu, was Julio ihnen rund ums Töpfern erklärte und zeigte. Und schon durften sie selbst Hand anlegen.

Töpfern – doch nicht so einfach

Kathi, Marie und Luca probierten ihr Glück an der Töpferscheibe, dabei mussten sie erfahren, dass es einfacher aussieht, als es ist. Sie steuerten selbst die Geschwindigkeit der Töpferscheibe und mussten darauf achten, dass die Hände immer nass waren. Aber auch nicht zu nass, weil zu viel Wasser mag der Ton auch nicht. Sie waren ganz konzentriert bei der Arbeit und sehr stolz auf das Kunstwerk, dass sie getöpfert hatten.

Anne, Nici, Louisa, Isa und ich bearbeiteten den Ton einstweilen mit der Hand, was auch durchaus anstrengend werden kann. Wir wendeten die Daumentechnik an und dabei entstanden ganz großartige Schalen. Aber auch flache Tonstücke produzierten wir. Wir waren voller Eifer dabei und lernten vieles – dass Ton keine Luft verträgt, auf die Tischplatte geworfen werden muss, damit er flach wird und wie man mit Modellierwerkzeug den Ton verzieren kann.

Nun müssen unsere Werke trocknen und wir geduldig warten. Schon bald werden wir Julio also noch einmal in seiner Keramikwerkstatt besuchen und beim Glasieren und Brennen zusehen.

Das müssen wir unbedingt noch einmal machen, denn wir alle waren so begeistert.

Gabriele G., Tagesmutter aus Etmißl