Praktikum bei der Tagesmutter

praktikum

Daniela macht zurzeit die Ausbildung zur Kinderbetreuerin und Tagesmutter am BFI Kapfenberg. Im Zuge dieser Ausbildung müssen die TeilnehmerInnen auch ein Praktikum bei einer Tagesmutter absolvieren. 40 Stunden davon kam Daniela zu mir.

Daniela durfte ihr Praktikum trotz des dritten Lockdowns unter strengen Auflagen machen. Sie trug stets ihre FFP2-Maske, außer wir waren im Freien unterwegs. Und natürlich wusch und desinfizierte sie regelmäßig ihre Hände, so wie wir alle.

Auch in Coronazeiten versuche ich meinen Tageskindern einen Alltag zu bieten, der sie nicht ständig daran erinnert. Während des Praktikums waren immer dieselben drei bis vier Kinder anwesend. Das war auch für Daniela ein großer Vorteil, da sie zu den Kindern eine gute Beziehung aufbauen konnte.

Musik liegt in der Luft

Daniela integrierte sich von Anfang an gut in unseren Alltag und meine Tageskinder akzeptierten sie gleich. Als Schwerpunkt in diesem Jahr habe ich heuer die Musik gewählt, da ich eine sehr musikalische Truppe habe. Und Corona hin oder her, meine Mäuse wollen täglich um halb zehn ihren Morgenkreis.  Daniela machte sich bald ein gutes Bild von meinem Morgenkreis und war überrascht, wie gut die Kinder mitsingen und wie sehr sie sich auf den Morgenkreis freuen. In der ersten Woche machten wir Musik mit Trommeln und in der zweiten experimentierten wir mit Pappröhren.

Passend zu meinen Winterschwerpunkt bastelte Daniela mit den Kindern Schneemänner aus Watte und Karton. Sie hat sich als Bewegungseinheit auch das Schneeflockenlied ausgedacht und diese dann mit den Kindern gleich zweimal durchgeführt.

Wir waren auch täglich im Garten, sofern es das Wetter zuließ, und spielten dort im Schnee. Und hielten wir uns im Haus auf, lüfteten wir regelmäßig durch.

Auch Feiern will gelernt sein

Daniela hatte auch die Möglichkeit ein Fest zu planen und durchzuführen, denn als Abschluss zu unserem Winter-Wasser-Schwerpunkt feierten wir mit den Kindern ein kleines Piratenfest.

Für das Fest bastelte Daniela mit den Kindern Piraten. Sie hat bald gemerkt, dass der Pirat in der praktischen Umsetzung doch etwas zu schwer war für meine Kinder. Und sie hat auch schnell gelernt, dass nicht immer alles so wird, wie wir es uns im Vorfeld vielleicht vorstellen. Denn die Kinder bringen ihre eigene Vorstellung mit und wollen diese dann auch umsetzen.

Mir als Praktikumstagesmutter ist es enorm wichtig, dass sich meine Praktikantinnen aktiv mit einbringen und so viel als möglich ausprobieren.

Als hauswirtschaftliche Tätigkeit bereitete Daniela mit den Kindern Waffeln zu, das war dann gleich die Festjause bei unserem Piratenfest. Auch hier war sie sehr gut organisiert und meine kleine Rasselbande half mit. Und diese Waffeln schmeckten ganz besonders.

Ich arbeite im Morgenkreis sehr gerne mit Handpuppen, so hat auch Daniela das Piratenfest mit einer Handpuppe angekündigt. Sie erzählte den Kindern eine Piratengeschichte und bastelte zu Hause ein Piratenschiff aus Karton. Auch an eine Flaschenpost mit Schatzkarte dachte sie und versteckte einen kleinen Piratenschatz.

Die Kinder durften als Piraten Dosen schießen, Waffeln backen und essen, balancieren und den Sinnesweg gehen. Anschließend konnte jedes Kind noch in einer eigenen Wasserwanne mit Wasser experimentieren, Wasser treten und Schiffe versenken. Mit dem Piratenschiff fuhren wir von Station zu Station und sangen dazu: „Alle meine Piraten schwimmen auf dem See, schwimmen auf dem See. Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh!“

Zum Schluss suchten die Kinder die Schatzkiste und teilten den Schatz gerecht. Und rum war unser Piratenvormittag.

Kneippen mit Kindern

Daniela schreibt in ihrer Abschlussarbeit über Kneippen mit Kindern, das wollte sie natürlich auch im Praktikum ausprobieren. Somit bauten wir das Thema auch in unser Piratenfest ein.

Im Vorfeld ließen wir die Kinder im Haus mit Wasser und Schnee experimentieren und bereiteten sie so sorgsam auf die neue Situation vor. Wir gestalteten einen Sinnesweg für die Füße, da gab es eine Wattewanne, Balanciersteine, Holzfliesen, eine Igelmatte und eine Wasserwanne zum Wassertreten. Dafür gaben wir den Kindern die Zeit, die sie brauchten und drängten niemanden zum Mitmachen. Aber letztendlich waren alle mit Feuereifer dabei.

Daniela bringt alles mit, um als Tagesmutter gut arbeiten zu können, das bewies sie in ihrem Praktikum ausreichend.

Gabriele G., Tagesmutter aus Etmißl