Schnee, Eis, Wasser und Physik

schnee

Meine Tageskinder und ich starteten mit einem spannenden Projekt ins neue Jahr. Endlich hatte es wieder geschneit und wer kennt sie nicht, die Faszination und Begeisterung, die Schnee bei Kindern auslöst.

Bei unserem Ausflug in den Garten stellten wir fest, nicht immer lassen sich aus Schnee Kugeln formen. Um einen Schneemann oder eine Schneeburg zu bauen muss der Schnee pappig sein, damit er gut klebt. Ist er leicht gefroren, ist er genau richtig zum Bob fahren und Schneeengel machen ist am lustigsten im Neuschnee.

Schnee im Haus …

Da wir den Schnee aber genauer untersuchen bzw. befühlen wollten, holten wir ihn am nächsten Tag ins Haus. Die Kinder schaufelten Schnee in unseren Wasser-Spieltisch. So konnten wir dann im angenehm warmen Raum die weiße Pracht erforschen.

Zuerst bohrten die Kinder vorsichtig mit dem Finger Löcher in den Schnee und meinten „kalt und ganz weich“. Ich ermutigte sie, den Schnee in die Hand zu nehmen und Kugeln zu formen. Wir holten Geschirr aus der Puppenküche und formten Sterne, Muffins und Gugelhupf. Die Kinder formten und kneteten ganz eifrig. Sie bemerkten auch, dass sich Neuschnee ganz weich anfühlt. Und Schnee, der schon länger auf der Wiese liegt, also schon durchgefroren ist, fühlt sich hart an.

… wird zu Wasser

Nach einiger Zeit riefen die Kinder ganz aufgeregt: „Sabine es tropft!“ … Ja der Schnee schmilzt, weil es im Haus warm ist und aus Schnee wird Wasser. Schnell holten die Kinder kleine Messbecher, um das Wasser aufzufangen. Wir füllten das Schneewasser in kleine Silikonformen und stellten diese in den Gefrierschrank. Was passiert wohl mit dem Schneewasser?

Die Kinder waren begeistert, aus unserem Schneewasser wurde über Nacht Eis. Vorsichtig holten sie das Eis aus den Formen: „Oh, kalt und rutschig“, stellten die Kinder fest und schwupps war ein Eisstern schon aus der Hand gerutscht. Zwischendurch trocknete ich immer wieder die nassen kleinen Hände, aber nach kurzen Pausen forschten sie schon wieder weiter.

Tags darauf bauten wir im Haus einen Schneemann. Die Kinder wussten, dass es dem Schneemann im Haus zu warm ist und er schmelzen wird. Aber was passiert mit ihm im Kühlschrank? Ist es da kalt genug für ihn? Nach einigen Stunden wussten wir, nein, auch im Kühlschrank schmilzt der Schneemann.

Da sich unser Schneeprojekt über mehrere Tage erstreckte, hatten wir viel Zeit einiges auszuprobieren. So waren die Kinder an einen Tag Schneezauberer. Wir holten uns wieder Schnee ins Wohnzimmer, formten Sterne und stellten diese in eine große Schüssel. In einen Becher füllte ich warmes Wasser und jedes Kind schüttete dann das Wasser über seinen Schneestern und „hokuspokus, fidibus“ die Kinder zauberten den Schneestern weg. Ja, Schnee schmilzt nicht nur durch die Wärme der Sonne oder im warmen Haus, sondern auch durch warmes Wasser.

So viele Schneemänner

Im Morgenkreis lasen wir das Buch „Als der Schneemann wieder lachen konnte“ und tanzten ein Bewegungslied. An einem anderen Tag starteten wir mit einer Mitmachgeschichte „Der gute Schneemann“ und bastelten einen weichen Schneemann aus Wattepads und Watte. Wir machten als Mittagsspruch das Fingerspiel „Der Schneemann ist weg“ und bastelten Schneeflocken.

Zum Abschluss unseres Projektes bereitete ich mit den Kindern Eiskonfekt zu, welches wir zum Kühlen für kurze Zeit in den Schnee stellten. Das war natürlich noch einmal sehr spannend. Kann man Schnee als Kühlschrank nutzen? Ja, es hat funktioniert, die flüssige Schokolade wurde im kalten Schnee fest. Natürlich verkosteten wir das Eiskonfekt gleich nach dem Mittagessen. „Mmh, das schmeckt gut,“ da waren sich meine kleinen Schneeexperten einig!

In den letzten Tagen konnten wir sehr viel über Schnee und Eis erfahren und es war schön zu beobachten, mit wie viel Begeisterung und Interesse die Kinder bei jedem einzelnen Experiment dabei waren.

Sabine R., Tagesmutter aus Mitterdorf an der Raab