Wo haben sich die Zwerge versteckt?

zwerge

Als ich meinen Tageskindern das Buch Puckerl und Muckerl vorgelesen hatte, waren sie überzeugt, dass es Zwerge gibt. Da wollten sie sich gleich auf die Suche nach ihnen machen. Als erstes ging es in den Wald. Was wir da alles entdeckten.

Im Frühling die ersten Blumen und Hummeln, die sich ihre Mahlzeit holten. Baumstämme zum Balancieren und sogar ein paar Hühner mit ihrem Hahn waren hier unterwegs. Wir fanden einen Spechtbaum, den die Kinder genau unter die Lupe nahmen. Und auch eine Futterstelle für Vögel. Aber die Zwerge sahen wir nicht.

Als wir in unserem Buch weitergelesen haben, erfuhren wir, dass Zwerge äußerst scheu sind und sich vor den Menschen gut verstecken. Also mussten wir beim nächsten Ausflug sehr leise sein.

Vogelfedern und Bienen

Dieses Mal spazierten wir über den Acker. Was es da alles zu sehen gab? Wir fanden ganz viele Vogelfedern und ein Kind wunderte sich, warum der Vogel sich in dieser Kälte ausgezogen hatte. Worauf ein anderes Kind meinte, dass dieser Vogel sicher von der Katze gefressen wurde.
Mit diesem neuen Wissen ging die Suche weiter. Die Kinder untersuchten Maulwurfhügel, schauten unter den Steinen nach, und auch größere Grasbüschel durchsuchten sie ganz genau. Alles was wir fanden, war ein blühender Weidenstrauch, der von ganz vielen Bienen besucht wurde.

Ameisen in Baumhöhlen

Die nächste Wanderung führte uns auf eine Wiese, auf der ein Hochsitz stand. Nein, da können die Zwerge bestimmt nicht hinauf, sie sind viel zu klein. Ob der Jäger wohl da oben wohnt? Aber es meldete sich auch nach mehrmaligen Rufen niemand. Endlich fanden wir einen Baum, wo es eine Höhle gibt. Neugierig gingen wir näher. Wer wohl darin wohnte? Ameisen. Diese waren zwar interessant zu beobachten, aber wieder nichts mit den Zwergen.

Beim Fluss warfen wir Stöcke und Blätter hinein und sahen zu wie diese fortschwammen. Nur keine Steine, da diese den Fischen auf den Kopf fallen könnten. Das wusste ich bisher auch nicht, aber man lernt ja nie aus. Im Buch stand, dass Zwerge Tautropfen sammeln und kein Wasser vom Fluss holen, da dies zu gefährlich wäre.

Um uns von unseren Expeditionen zu erholen wurde zwischendurch auch im Garten gespielt. Dabei konnten wir auch gleich neue Pläne schmieden, wo wir als nächstes nach den Zwergen suchen sollten.

Nach einem Sturm fanden wir viele umgestürzte Bäume im Wald. Sie lagen über dem Weg und wir mussten darüber klettern oder um sie herumgehen. Aber auch unter den abgerissenen Wurzeln der Bäume konnten wir keine Zwerge finden.

Ganz leise durch den Wald

Mit der Zeit lernten wir im Wald leise zu sein und genau hinzuhören, welcher Vogel da gerade zwitschert. Wenn wir das Geräusch nicht kannten, schauten wir Zuhause in unseren Büchern oder Hörbüchern nach. Wir beobachteten genau, welche Pflanzen und Blumen gerade blühen, wie sie heißen und wie sie duften. Ruhig bleiben, wenn ganz viele Bienen um einen Strauch schwirren. Auf das Gleichgewicht achten, wenn wir im Wald laufen oder über den umgebauten Acker spazieren. Stehen bleiben und zusehen wie Blätter und Äste im Fluss mitschwimmen.

Zusammensitzen und Pläne machen, wo gehen wir als nächstes hin, was müssen wir als nächstes mitnehmen, wo waren wir schon überall. Das hat uns den ganzen Frühling und Sommer über beschäftigt.

Zwerge haben wir leider keine gefunden. War das alles umsonst?

Theresia K., Tagesmutter aus Weitendorf