Kinder sind meine Berufung

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Ich bin Tagesmutter, weil Kinder für mich eine Herzensangelegenheit sind. Meine Arbeit mit den Kindern erfüllt mich und bereitet mir große Freude. Nach mehrjähriger Arbeit in Kindergärten und -krippen habe ich mich entschlossen, nun als Tagesmutter zu arbeiten und bin froh über diese Entscheidung.

Als Tagemutter kann ich meine Zeit mit den Kindern viel intensiver nutzen, auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder eingehen und sie dementsprechend fördern. Ich kann den Tagesablauf jeden Tag individuell auf die Kinder abstimmen, gestalten und ausrichten. Auf einen ruhigen, stressfrei gestalteten Alltag lege ich viel Wert.

Von Anfang an wohl fühlen

Besonders wichtig ist mir eine sanfte Eingewöhnung, damit Vertrauen, Sicherheit und Geborgenheit entstehen kann, und die Kinder sich wohl fühlen. Denn nur Kinder, die sich wohl und geborgen fühlen, können frei spielen und sich weiter entwickeln.

Durch die Kleingruppe entsteht sehr schnell eine sichere Bindung zur Tagesmutter und das wirkt sich wiederum positiv auf die Entwicklung der Kinder aus. Besonders junge Kinder brauchen noch sehr viel Geborgenheit und Körperkontakt, den sie in der engen Beziehung zur Tagesmutter erfahren.

Langsam selbstständig werden

Die Kinder können bei mir viel ausprobieren und selber tun. Dazu biete ich immer viele Gelegenheiten. Die Kinder dürfen bei mir unter anderem selbst Wasser einschenken. Es steht immer ein Krug mit Wasser sowie für jedes Kind ein Glas zur Verfügung. Sie dürfen auch den Tisch decken sowie das Essen selbst auf ihren Tellern anrichten und selbstständig essen. Jedes natürlich soweit es mag und kann.

Die Kinder ziehen sich selber an, auch das Hantieren mit der Schere oder dem Messer ist bei mir erlaubt. Wo Hilfe benötigt wird, unterstütze ich selbstverständlich. Ebenso gilt das im kreativen Bereich. Dafür stehen Ölkreiden, Filz- und Farbstifte sowie Knete und Papier immer bereit. Oft gibt es angeleitete Mal- oder Bastelarbeiten, bei denen jedes Kind mitmachen kann, das möchte.

Kreativ durch den Tag

Das freie Spiel hat für mich einen wesentlichen Stellenwert in meiner Arbeit. Es beeinflusst die Kinder in vielen Bereichen sehr positiv.

Das Lesen und Vorlesen gehört bei uns zu den täglichen Ritualen, denn Bücher sind eine unersetzliche Förderung zur Entwicklung der Kinder. Durch das Lesen entsteht eine enge Bindung zwischen den Kindern und der Tagesmutter, das macht sie wiederum sehr aufnahmefähig für Neues. Außerdem sind Bücher eine sehr wichtige Sprachförderung, regen die Phantasie an, unterstützen die Feinmotorik und fördern die Konzentration. Immer wiederkehrende Reime, Geschichten, Fingerspiele und Lieder sind zur Sprachbildung besonders hilfreich. Darüber hinaus können die Kinder beim Vorlesen und Bücher anschauen zur Ruhe kommen. Je früher man beginnt Kindern Bücher zur Verfügung zu stellen, umso eher wird bei ihnen die Liebe zum Lesen geweckt.

Auch das Singen und Musizieren steht bei uns auf der Tagesordnung. Das fängt schon in der Früh beim Begrüßungskreis an und zieht sich durch den ganzen Tag durch. Rituale und Regeln sind für den Alltag sehr wichtig, und auch solche vermittle ich den Kindern oft singend. Wie zum Beispiel: „Vor dem Essen, nach dem Essen – Händewaschen nicht vergessen.“

Ein freundliches Miteinander

Immer wiederkehrende Rituale geben den Kindern ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Dazu gehört unter anderem eine liebevolle, herzliche Begrüßung am Morgen, der Begrüßungskreis, miteinander zu lesen und zu musizieren, gemeinsam zu essen, ein Jausenspruch und auch eine gemeinsame Verabschiedung, wenn jemand abgeholt wird. Das fördert die Verbundenheit und das liebevolle Miteinander.

Wichtig in meiner Arbeit ist mir der soziale, achtsame und wertschätzende Umgang untereinander sowie mit der Natur und den Spiel- und Wertsachen anderer. Bei mir gibt es auch viele selbstgemachte Spiele, mit denen die Kinder einfach etwas vorsichtiger umgehen müssen, da sie nicht so stabil sind. Das wiederum kann ich gut umsetzen, indem ich es vorlebe und mit den Kindern Gespräche führe. Dabei begegne ich den Kindern immer auf Augenhöhe, nehme mir viel Zeit und höre auch gut zu. Ich bemühe mich, immer geduldig, respektvoll, einfühlsam und vor allem liebevoll zu bleiben.

Ruhepausen müssen sein

Gehen die Kinder schlafen, bin ich immer im Zimmer bis die Kinder eingeschlafen sind. Dabei achte ich auf die Bedürfnisse der Kinder, wie zum Beispiel die Hand halten oder im Arm einschlafen bei den ganz Kleinen. Ich singe die Kinder in den Schlaf, denn nach meiner Erfahrung gibt das eine ruhige Atmosphäre, die die Kinder schnell zur Ruhe kommen lässt.

Essen ist wichtig

Beim Essen achte ich darauf, regionale und saisonale Waren einzukaufen, die ich dann täglich frisch verkoche. Immer wieder auch einmal gemeinsam mit den Kindern. Zu Beginn der Betreuung koche ich Speisen, die die Kinder besonders gerne haben. Später probieren wir auch anderes aus. Kinder müssen bei mir nicht kosten, sie werden aber von der Gruppe dazu animiert, weil es den anderen so gut schmeckt. Oft probieren sie dann auch neue Lebensmittel, die sie von zuhause nicht kennen. Beim gemeinsamen Sitzen bei Jause und Mittagstisch können die Kinder zur Ruhe kommen und sich austauschen.

Ab in die Natur

Auch die Bewegung kommt bei uns nicht zu kurz. Selbstverständlich gehen wir oft in den Garten. Dort können die Kinder nach Lust und Laune toben und laufen. Wobei es im Garten auch noch viele andere Spielmöglichkeiten gibt.

Mein Traumberuf

Ich schätze es, dass ich in der Kleingruppe sehr viel Zeit für die Beobachtung habe. So kann ich optimal auf jedes einzelne Kind schauen und es besonders gut fördern und unterstützen.

Meinen Beruf als Tagesmutter übe ich mit Begeisterung aus, und es bereitet mir sehr großes Vergnügen meine Zeit nach den Kindern auszurichten und mit ihnen zu verbringen. Jeder Tag bringt neue Überraschungen und Geschichten hervor. Es ist eine spannende, manchmal herausfordernde, aufregende, lustige, und sehr schöne Zeit.

Elisabeth G., Tagesmutter aus Muttendorf