Windpferdchen beim Spielen

windpferdchen

Ich nenne die Gruppe meiner Tageskinder „Windpferdchen“. Das Windpferd steht in Zentralasien für die menschliche Seele. So versuche ich die Einzigartigkeit jedes Kindes wahrzunehmen. Mit Achtsamkeit, Geduld und Freude begegne ich jedem Kind.

Genauso wichtig sind mir eine liebevolle und warme Umgebung sowie Respekt in der Gemeinschaft. Ich empfange jedes Kind offen und begleite es liebevoll.

Durch einen rhythmisch gestalteten Tagesablauf bekommen die Kinder ein Gefühl der Sicherheit und des Vertrauens. Damit die Windpferdchen aber gut auf der Erde landen können, brauchen sie einen Raum, wo sie frei spielen können.

Was heißt eigentlich spielen?

Kinder haben ein großes Bedürfnis sich die Welt im Spiel anzueignen, daraus entspringt die kindliche Lust am Spielen. Spielen heißt Lernen, ist Arbeit und Hauptinhalt im Leben des Kindes.

Im freien Spiel stärken Kinder die Fähigkeit, Probleme selbstständig zu lösen und im Tun zu lernen. Diese Fähigkeiten stehen ihnen auch im Schulalter und im späteren Leben zur Verfügung. So bilden sie die Basis für eigenständiges Lernen, auch im kognitiven Bereich.

Spielen findet dann statt, wenn Menschen selbst agieren und nicht nur auf Fertiges reagieren. Der Mensch und ganz besonders das kleine Kind ist ein werdendes Wesen. Es braucht auch in seiner Umgebung das Werdende und die Möglichkeit, umzugestalten, Neues zu schaffen.

Bewusste Auswahl des Spielmaterials

Bei mir gibt es fast ausschließlich offenes Spielmaterial wie Sand drinnen und draußen, Hocker in verschiedenen Größen, Bretter in verschiedenen Längen, Schachteln, Röhren, Klötzchen, Mais, Bohnen und Kirschkerne als Schüttmaterial und zum Kochen spielen. Außerdem haben wir eine Spielküche aus Holz, Murmeln, einen Klangbaum und einfache Instrumente, Holzfiguren, Holztiere, Holzautos und Züge. Und schließlich auch noch Steine, Muscheln, unterschiedliche Gefäße und Flaschen, Tücher und natürlich den Kreativtisch zum freien Malen, Kleben und Schneiden.

Erwachsene als Vorbilder

Ich bin mir bewusst, dass ich durch all meine Handlungen und besonders durch die Art und Weise, wie ich tätig bin, auf die Kinder einwirke. Kinder lernen durch Nachahmen. Deshalb ist es eine wichtige Voraussetzung in unserer Arbeit, ein möglichst gutes, nachahmenswertes Vorbild zu sein.

Entspannter Rahmen

Ich sehe meine Aufgabe darin, einen entspannten Rahmen zu schaffen. In diesem können die Kinder gefahrlos die Welt erkunden und eigenständig handeln. Zeit, Ruhe und Muße sind dazu ebenso notwendig. Eine förderliche Haltung kann man sich vielleicht wie eine wärmende Sonne vorstellen. Sie lockt die Frühlingsblumen her und zeigt ein unaufdringliches Interesse daran, wie das Kind etwas tut.

Im freie Spiel können die Kinder das tun, was sie von sich aus tun möchten und wozu sie aufgrund ihrer Entwicklung bereit sind.

Lassen wir den Kindern also Zeit, die Dinge selbst zu entdecken und unterbrechen wir sie nicht. Problemlösungen, die Kinder selbst durch Ausprobieren entdecken, stärken nicht nur ihr Selbstbewusstsein, sondern auch ihre Intelligenz. Außerdem lernen die Kinder auch in Zukunft in schwierigen Situationen selbst Strategien zu entwickeln, die ihnen weiterhelfen können. Wenn sie erleben, dass wir ihnen das zutrauen und wirkliches Interesse an ihrer Tätigkeit haben, vermitteln wir ihnen Vertrauen und Respekt.

Meine Arbeit

Meine Arbeit mit den Kindern ist inspiriert von der Waldorfpädagogik, von Maria Montessori, Emmi Pikler, den Wilds, der Gestaltpädagogik und vielen anderen großartigen Lehrern.

Bei mir gibt es fast ausschließlich offene Spielmaterialien, die die Sinne ansprechen. Oder Spiele aus natürlichen Materialien, die die Phantasie der Kinder anregen. Da ich mich selbst sehr gerne kreativ ausdrücke, stelle ich auch den Kindern unterschiedliche Materialien wie Wasser- und Fingerfarben, Ton, Knete, Sand etc. zur Verfügung.

Bina J. und die Windpferdchen, Tagesmutter aus Berndorf