Musik liegt bei uns in der Luft

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Die meisten Kinder sind für Musik sofort zu begeistern. Ich auch, denn ich selbst spiele gerne und leidenschaftlich Gitarre und Steirische Harmonika.

Musik für und mit Kindern darf nicht eine Frage der Begabung sein, denn jedes Kind ist auf seine Weise musikalisch. So versuchte ich den Kindern einen Raum zum Horchen, Schauen, Spüren und Ausprobieren zu geben.

Mit Musik in den Tag starten

Wenn wir im Morgenkreis beisammensitzen, ist bei uns auch immer   Musik dabei. Bei uns gehört Musik zum täglichen Ritual.

Entweder wir singen Lieder, klatschen Reime, machen Bewegungstänze und Fingerspiele oder wir probieren Instrumente aus. Während unseres Musikprojektes versuchte ich, musikalische Früherziehung in den Tagesablauf einzubauen. Wir lernten Geräusche auf verschiedene Arten kennen.

Was Musik alles kann

Beim Singen kann ich die Sprache der Kinder spielerisch fördern. Wir wandelten das Lied „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad …“ in einen lustigen Text um. Beispielsweise in „Meine Oma fliegt im Himmel mit dem Traktor ….“ Die Kinder hatten dabei einen Riesenspaß und übten gleichzeitig ihre Aussprache.

Außerdem kann man die Kinder aus der Reserve locken. Ich hatte ein schönes Erfolgserlebnis mit einem schüchternen Tageskind, das sich sogar traute, im Guten-Morgen-Kreis alleine vorzusingen. Das fand ich sehr mutig von dem Mädchen. Das stärkt das Selbstbewusstsein und ist eine positive Erfahrung für das Kind.

Bei den Fingerspielen und Bewegungstänzen übten und stärkten wir die Motorik. Mir war es sehr wichtig, das Gelernte immer zu wiederholen, bis der Text und die Bewegungen gefestigt waren. Bald bekam ich Rückmeldungen von den Eltern, was die Kinder zu Hause alles sangen und tanzten.

Wir experimentieren

Das Musikprojekt begann im Fasching. Wir bastelten Trommeln mit Plastikblumentöpfen und Butterbrotpapier und probierten sie dann auch aus. Wir trommelten zu unserem Faschingslied in verschiedenen Variationen – in der Gruppe oder alleine, laut, leise, schnell, langsam, fröhlich oder traurig.

Die Kinder lernten dabei wahrzunehmen, wann ist mein Einsatz. Dabei hörten die anderen Kinder zu. Dann trommelten wir wieder gemeinsam. Man kann sich gar nicht vorstellen, mit welcher Begeisterung die Kinder dabei waren.

Das Rasselbande-Lied

Dieses Lied begleitete uns während des ganzen Projektes:

Wir sind die Ri, Ra, Rasselbande,
wir sind bekannt im ganzen Lande.
Kommt alle zu uns her,
trommeln (hier wurde das passende Geräusch eingesetzt) ist ganz einfach,
trommeln ist nicht schwer.

Bei diesem Lied experimentierten wir mit allen Instrumenten, die uns in dieser Projektzeit begleitet haben, und lernten dabei, ob das Instrument klopft, rasselt, trommelt … Und manchmal klatschten, stampften, tanzten oder summten wir zum Lied.

Instrumente selber basteln

Außerdem bastelte ich mit den Tageskindern Rasseln aus Kunststoffdosen, Kleister und Seidenpapier. Auch Klangstäbe aus Holz hat mein Mann selbst gemacht. Zu jedem dieser Instrumente gab es ein neues Lied oder ein Mit-Mach-Gedicht je nach Jahreslauf – Frühling, Ostern, Muttertag, Vatertag. Wir legten mit den Klangstäben auch Bilder.

Im Wald sammelten wir Äste und stellten fest, dass man auch mit Naturmaterialien Musik machen kann. Mit den Ästen konnten wir musizieren wie mit den Klangstäben.

Zu den Naturmaterialien gehörten auch Steine. Hier lernten wir neben dem Klopfen und Reiben der Steine, welche Formen von Steinen es gibt. Wir sortierten spitze, runde und flache Steine. Zum Abschluss des Projektes bemalten die Kinder die Steine mit bunten Farben.

Aufführung

Bei unserem Sommerfest wurde es dann richtig spannend. Denn wir führten den Eltern unser Rasselbande-Lied mit Instrumenten, einen Bewegungstanz und einen Klatschreim vor.

Ich staunte sehr, wie gut meine Tageskinder mitgemacht haben. Schließlich ist es ja ganz etwas anderes, wenn Mama und Papa dabei sind. und weil jedes meiner Tageskinder für mich ein Musikstar ist, gab es eine Urkunde und eine Sirenenflöte.

Es machte mir Riesenspaß mit den Kindern in die Welt der Musik einzutauchen. Es war schön zuzusehen, mit welcher Begeisterung die Kinder dabei waren.

Uli N., Tagesmutter aus Mitterdorf an der Raab

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