Unsere Werkzeugkiste

werkzeugkiste

 „Wer will fleißige Handwerker seh´n – ei, der muss zu uns hergeh´n …“

Unter diesem Motto wird bei uns täglich gehämmert, geschraubt, gesägt und gebohrt – selbstverständlich mit Helm, Handschuhen und Sicherheitsbrille, genau wie bei den erwachsenen Vorbildern.

Bei uns ist so viel kaputt

Immer wieder ist etwas kaputt und muss repariert werden. Die Telefone laufen heiß und die Aufträge sind kaum zu bewältigen. Die vier Buben sind schwer beschäftigt. Sie kommen kaum nach mit der Arbeit. Und so klopft und kracht es, eifrig wird gebaut und geschraubt, dass es eine Freude ist, zuzusehen. Manchmal geht auch bei mir etwas kaputt – Abhilfe ist schnell da und schon funktioniert es wieder.

Natürlich ist auch zu bezahlen für so eine Reparatur – die Preise sind manchmal richtige Wucherpreise.

Zwischendurch jausnen, singen und tanzen wir. Selbst draußen im Freien liegen die Bobby-Cars kopfüber da, denn ein Reifen muss gewechselt werden oder die Luft im Rad fehlt zur Gänze. Den Buben fällt immer etwas ein.

Heute kein Lärm von der Baustelle

Eines Morgens ist mir nach ein bisschen mehr Stille zumute und die Kiste mit dem Werkzeug und den Maschinen bleibt im Keller. Ich biete den Buben andere Spielsachen an. Unruhe kommt auf, es herrscht Ratlosigkeit! Und enttäuschte Gesichter fragen mich: „Wo ist denn heute die Werkzeugkiste?“ „Aber heut ist doch …“ Ich kann gar nicht fertig erklären. „Können wir die Werkzeugkiste haben?“ Ich werde umringt und alle Buben sind sich einig: „Ja, ja, die Werkzeugkiste!“

4:1, das spricht für sich. Schließlich gehen wir gemeinsam in den Keller, um die Werkzeugkiste zu holen. Die Welt ist wieder in Ordnung! Mit leuchtenden Gesichtern sägen, hämmern, schrauben und arbeiten sie wieder, die Buben. Ganz wie bei den „Großen“.

Katharina K., Tagesmutter aus Graz